Donnerstag, 9. März 2017: Lesung: Drei Landstraßerinnen

Wir erinnern anlässlich des Internationalen Frauentages an drei Frauen, die vor der NAZI-Diktatur im 3. Wiener Gemeindebezirk lebten.

Wir erinnern anlässlich des Internationalen Frauentages  an drei Frauen, die vor der NAZI-Diktatur im 3. Wiener Gemeindebezirk lebten.

Sie konnten nach Großbritannien flüchten, und so dem Holocaust entgehen. Ihre Geschichten sind im Young Austria Buch veröffentlicht worden. Für ermordete Familienmitglieder dieser drei Frauen, wurden in den letzten Jahren Gedenksteine im 3. Bezirk gesetzt.

 

Termin: 9. März

Ort: AGENDA Landstraße
Neulinggasse 34 – 36, 1030 Wien

Eine Kooperationsveranstaltung der Vereine:

Steine des Gedenkens für die Opfer der Shoa,
KunstPlatzl und Erstes Wiener LeseTheater

Vortragende: Gerhard Burda, Obmann Verein Steine des Gedenkens

Lesung Drei Landstraßerinnen
Helga Michie (Zwillingsschwester der Schriftstellerin Ilse Aichinger),
die Schwestern Eva Brossmann und Hannah Kreissler (geb. Finali)

Sonja Frank, Obfrau Verein KunstPlatzl, Hg. der Young Austria Dokumentation
Albert Hirl, Verein KunstPlatzl, Mitarbeiter der Young Austria Dokumentation
Uli Makomaski, Erstes Wiener LeseTheater

Donnerstag, 23. Februar 2017: Robert Knight: Wer waren Heinrich und Alice Scheuer? Erkundungen eines Enkelkindes

Donnerstag, 23. Februar 2017, 18:30 – 20:00

Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs 1010 Wien, Minoritenplatz 1

Heinrich Scheuer kam an der Wende zum 20. Jahrhundert von einem Dorf an der Grenze von Niederösterreich und Mähren nach Wien. 1903 fand er Arbeit beim k.k. Telegraphen-Korrespondenz-Büro. Zehn Jahre später traf er, als er für Stehplätze in der Oper anstand, Alice Leimdörfer und heiratete sie im folgenden Jahr. Vierzig Jahre später wurden die beiden als Juden in Maly Trostinec ermordet.

Erhalten gebliebene Anhaltspunkte zusammensetzend, versucht Robert Knight – Enkel der beiden –, Leben, Charakter, Gesinnung und Lebenseinstellung des Paares zu rekonstruieren. Er thematisiert Heinrich und Alice Scheuers Verbundenheit mit Literatur und Musik, Heinrichs kurzzeitige Anstellung als Sekretär von Stefan Zweig und seine jahrzehntelange Tätigkeit als Wiener Lokalredakteur für die Amtliche Nachrichtenstelle. Mittels offizieller Dokumente erörtert Knight die Misslichkeiten, die Heinrich Scheuer angesichts eines antisemitischen Vorgesetzten zu erdulden hatte. Zuallerletzt geht er darauf ein, wie das Leben und der Tod der beiden – vermischt mit Gefühlen von Verlust und Schuld – bei ihren Kindern noch lange nach deren Tod einen Nachhall fanden.

Robert Knight ist Senior Lecturer für Internationale Geschichte an der Loughborough University, UK, und Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des VWI. Zu seiner bekanntesten Veröffentlichung zählt Ich bin dafür, die Sache in die Länge zu ziehen.Wortprotokolle der österreichischen Bundesregierung 1945 bis 1952 über die Entschädigung der Juden (1988); im Jänner 2017 publizierte er Slavs in Post-Nazi Austria: Carinthian Slovenes and the Politics of Assimilation, 1945-1960 bei Bloomsbury.