Sonntag, 18. Juni 2017 um 11Uhr, 1030 Wien: Übergabe eines neuen Gedenksteins für Opfer der Shoa an die Öffentlichkeit im 3. Bezirk

  1. Gescheiterte Flucht auf der Donau

Begin um 11 Uhr in der Salesianergase 9
Der Eisenhändler Moses Genzer und seine Gattin Rachela versuchten 1939 gemeinsam mit 1.200 Wiener Juden und Jüdinnen auf der Donau auf jugoslawischen Schiffen zu flüchten. Im Dezember saßen die Schiffe  im kleinen Donauhafen Kladovo im Eisstau fest und wurden von der Wehrmacht eingeholt. Moses wurde wahrscheinlich von der Wehrmacht als Geisel erschossen. Rachela hat das KZ Samiste bei Belgrad nicht überlebt (möglicherweise Tod im Gaswagen).
Die 17 jährige Tochter Edith und der 12 jährige Sohn Paul konnten nach Großbritannien bzw. Israel flüchten.

 

  1. Nottaufen für 1.800 Jüdinnen und Juden


Im Anschluss an die Eröffnungszeremonie in der Salesianergasse werden wir in der CHRIST CHURCH (11:30 Uhr), 1030 Wien, Jaurèsgasse 12

die Gedenktafel für die anglikanischen Pfarrer Hugh Grimes und Fred Collard besichtigen. Diese anglikanischen Geistlichen haben 1938 innerhalb von Wochen zirka 1.800 jüdische Frauen, Kinder und Männer „notgetauft“.  Die Taufscheine waren zwar keineswegs Reisedokumente, konnten aber verwendet werden, um leichter Visa für Fluchtländer zu bekommen. Während den NS-Behörden gegenüber den beiden ausländischen Pfarrern die Hände gebunden waren, wurde der österreichische Mesner der Pfarrgemeinde zu zwölf Jahren Haft verurteilt und starb in Auschwitz.

Ich hoffe, Sie begrüßen zu dürfen!

Gerhard Burda, Obmann

Di. 29. April um 19 Uhr: Vorführung mit Podiumsdiskussion Die Stadt ohne Juden von Hans Karl Breslauer (1924)

 

Mit Livemusik von Hannes Löschl (Hammond Orgel)

Teilnehmer: Günter Krenn (Filmarchiv Austria), Georg Traska (Institut für historische Intervention) und Jérôme Segal (The Vienna Project)

Was passiert, wenn alle Juden einer Stadt abgeschoben werden? Diese Fiktion, nach dem gleichnamigen Roman von Hugo Bettauer (1922) lässt sich heute aus vielen unterschiedlichen Richtungen betrachten…

 

Jüdisches Museum, Dorotheergasse 11, 1010 Wien, 

In Zusammenarbeit mit The Vienna Project und dem Multikulturellen Zentrum in Prag (Multikulturní Centrum Praha) 

Eintritt frei – Reservierung unter jerome.segal@theviennaproject.org empfohlen