Zerstörtes wieder sichtbar machen: Do. 08. November 2018 ab 19Uhr 30

 

Anlässlich des Gedenkens an die PogromNacht 1938 in Wien laden wir ein zur Eröffnung der Lichtskulptur vor dem Hause 1030, Untere Viaduktgasse 13

In diesem Hause befand sich eine Synagoge, die vor 80 Jahren von Nationalsozialisten verwüstet und ausgeraubt wurde. An diesem Tag brannten in Wien viele Synagogen.

Nach der Eröffnung der Lichtskulptur*) vor dem Hause Untere Viaduktgasse 13 und einem kurzen Gedenken führt der gemeinsame Weg um

20.00 Uhr zum Pfarrsaal von St. Othmar am Kolonitzplatz 1

wo Vertreter und Vertreterinnen des Bezirkes Wien Landstraße, der Glaubensgemeinschaften, von Schulen und kulturellen Einrichtungen der historischen Ereignisse und ihrer Bedeutung für heute gedenken werden.

Für den Verein STEINE DES GEDENKENS

Dipl.Dolm. Rosy Weiss

*) Zum Projekt

Die Lichtskulptur „OT“ soll anlässlich des Gedenkjahres an die in Wien im November 1938 zerstörten Synagogen erinnern. Die Lichtskulptur, ein verformter Davidstern auf einer fünf Meter hohen Stele wird an 25 Standorten in 16 Bezirken installiert.

Aus der Zusammenarbeit des Jüdische Museum mit der Universität für angewandte Kunst ist das Projekt entstanden, welches ab November im öffentlichen Raum sichtbar ist. Finanziert wird das Projekt vom Gedenkjahrfonds, dem Nationalfonds sowie KÖR Kunst im öffentlichen Raum.

In memoriam: Rudi Gelbard

Nachruf von Oskar Deutsch (Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien):

In der Nacht auf heute ist Rudi Gelbard nach langer schwerer Krankheit gestorben. Baruch Dayan HaEmet.

Prof. Rudolf Gelbard kam 1930 in Wien zur Welt. Mit seinen Eltern wurde er 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, das er als eines der wenigen Kinder überlebte. Seine frühen Erfahrungen von Demütigungen in der Kindheit, die Erlebnisse während der Novemberpogrome im Jahr 1938 und schließlich die Deportation nach Theresienstadt, wurden für Rudi zu einer Triebkraft, sein Leben dem Kampf gegen Faschismus zu widmen und sich für Israel zu engagieren.

Bei vielen, auch handgreiflichen Auseinandersetzungen mit der radikalen Rechten, wie z.B. bei den Schillerfeiern oder den Demonstrationen gegen den Universitätsdozenten Borodajkewycz stand Rudi in der ersten Reihe. Sein Wissen und seine Erfahrungen vermittelte er über Jahrzehnte als Zeitzeuge an Schulen und im Rahmen seiner umfangreichen Lehrtätigkeit. Mit seiner Konsequenz, Unbestechlichkeit und Courage hat Rudi Gelbard wesentlich dazu beigetragen, den Menschen in Österreich nach 1945 zu einem historischen Gewissen zu verhelfen. Dass seine Arbeit und sein unermüdlicher Einsatz Anerkennung und Respekt fanden, zeigt sich nicht zuletzt an den zahlreichen Ehrungen, die Prof. Rudolf Gelbard zuteilwurden.

Ein großes Anliegen war es ihm, möglichst viele Menschen zu erreichen, was insbesondere mit der Dokumentation seiner Lebensgeschichte in dem Film „Der Mann auf dem Balkon“, der auch im Fernsehen gebracht wurde, gelungen ist. Noch vor wenigen Jahren wirkte er bei der Zeitzeugenproduktion „Die letzten Zeugen“ am Wiener Burgtheater mit, bei der Zeitzeugen über ihr Schicksal berichteten. Diese Produktion wurde in der Folge auch in Deutschland gezeigt.
„Wir werden Rudi Gelbard als einen erfahrenen und verlässlichen Mitstreiter vermissen. Mit ihm verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit und einen engen Freund“, so die Worte von IKG-Präsident Oskar Deutsch.

Die Israelitische Kultusgemeinde wird Prof. Rudi Gelbard stets ein ehrendes Andenken wahren.

Das Begräbnis findet am Donnerstag, den 25. Oktober 2018, um 16.30 Uhr, am Zentralfriedhof, IV. Tor, statt.