Für die Opfer der Shoa
(Wien 3.- Landstrasse)

Die Shoa und Österreich

_______________________

suchen

 

 

Am 31. Dezember 1945, nach Vertreibung und Shoa, lebten laut einer Statistik der Israelitischen Kultusgemeinde-Wien (IKG-Wien) nur 3.955 Juden in Österrreich. Davon hatten 1.096 die NS-Zeit hier als Bedienstete des Ältestenrates, in geschützten Ehen mit einem nichtjüdischen Partner und als so genannte "U-Boote" überdauern können. Bis Ende 1945 kehrten weiters 822 Menschen aus den Konzentrationslagern und 138 aus dem Ausland zurück. Ein Jahr später zählte die IKG-Wien infolge der anhaltenden Rückkehr der 1938 und danach Vertriebenen 6.428, Ende 1947 8.769 Mitglieder, am 1. Juni 1951 lebten 9.049 und am 1. Jänner 1952 10.074 Juden und Jüdinnen als Mitglieder der IKG in Österreich. Rund 65.000 österreichische Juden und Jüdinnen wurden während des Nationalsozialismus ermordet, rund 120.000 waren aus Österreich geflüchtet oder vertrieben worden.

Als NS-Opfer schienen die Juden im öffentlichen Bewusstsein überwiegend als Mordopfer einiger weniger Kriegsverbrecher auf. Die vom NS-Regime betriebene Ausgrenzung der Juden aus der Gesellschaft als "Fremde", "Andere", die mit der übrigen Bevölkerung nichts gemein hätten, zeigte verstärkt durch den fortlebenden Antisemitismus, auch nach Kriegsende ihre Wirkung.

(Österr. Historikerkommission Bd.14: "Arisierung" und Rückstellung von Wohnungen in Wien. R. Oldenburg Vlg. Wien 2004. ISBN 3-7029-0519-7. Seite 153 dort ausführl. Quellenangaben. / Wr. Städt. Büchereien Katalog-Nr. 692768)